Toleranzgrenze erreicht ?

2013_Heuballen
zweimal viel viel Mulchmaterial

Meinungsvielfalt

Wie das halt so ist, nicht alle finden Gärtnern als Hobby gleich toll. Also entstehen immer wieder Spannungen über Inhalt und Umfang meines Engagements auf unserem Grundstück. So ein Anlass war die Lieferung von zwei Heuballen, oder das was davon übrig ist. Im Rahmen der Wiesenpflege durch den NABU Barleben wird auch Rauhfutter erzeugt. Rauhfutter, weil es sich beim Mähgut um harte Gräser bin hin zu Schilf handelt, was Pferde wohl gerne fressen. Zwei solcher Rundballen sind nach dem Ballenpressen und beim Umlagern in den Bach gerollt. Damit waren sie für die eigentlichen Bestimmung nicht mehr zu gebrauchen. Nur für mich haben sie schlagartig an Wert gewonnen. Durch eine relative Knappheit an Heu sind dieses Jahr die Preise für einen großen Rundballen (bis zu 400kg) auf Werte von 40€ angestiegen. So viel Geld würde ich für Heu als Mulch nicht ausgeben. Abgesoffen ist der Wert aber eher im Minus-€ Bereich, denn es müsste die Entsorgung organisiert werden.

Engagement

2013_Heuballen Detail
schon schön angegammelt…

Wenn solche Opfer anfallen, dann stelle ich mich immmer völlig selbstlos als Helfer in der Not bereit, denn mein Mulchmaterial-Reflex schlägt da sofort zu. Das Material lagere ich jetzt absichtlich schlecht um die Verrottung über den Winter hin anzustoßen. Mit schlecher Lagerung meine ich möglichst so, das der größte Teil des Heu durch Regen und Schnee durchfeuchtet wird. In geschlossene Ballen dringt kaum Wasser ein, wenn sie auf der Rollfläche liegen. Liegen sie so wie auf dem Foto, ist schon der erste Schritt zur Verrottung getan. Das Wasser kann seitlich gut eindringen. Letztlich aber dauert so immer noch bis zu 2 Jahre bis der Ballen wirklich rottet und das ist mir deutlich zu langsam. Ende nächstes Jahr soll das Heu schon längst durch die Mägen der Zersetzer durch sein. Jetzt im Herbst aber teilweise auch erst im Frühjahr wird das Heu als Mulchschicht dick aufgebracht. Die große Bandbreite an Stengeldruchmessern stellt auch bei Schichtdicken von bis zu 20cm sicher, das es keinen Luftabschluss zum Boden hin gibt. Mulchschichten in dieser Dicken können das Eindringen von Frost teilweise verhindern mindestens aber Verzögern. Leider wirkt dieser Effekt auch in der umgekehrten Richtung. Ist mal Frost im Boden, dann hält der Mulch den Frost im Boden. Man muss für die jeweilige Anwendung immer entscheiden, ob das wirklich ein Nachteil ist.

Für und Wider

Ich habe den Eindruck das es Mehrheit der Würmer toll findet, wenn sie ihre Saison weit in den Winter hin ausdehnen können. Auch andere Nutzer der Schutzschicht sind aktiv. Spitzmäuse z.B. nutzen die Deckung auch für ein ungestörtes Treiben, oft als laustarkes Pfeifen zu hören. Die größeren Nager wie Wühlmaus machen das auch, hiergegen helfen nur Fallen. Kein Mulch wegen der Wühlmäuse auszubringen halte ich für unsinnig. Dafür überwiegen für mich die Vorteile. Und über noch ein „Wider“ kann ich hinwegsehen – der Platzbedarf. Ich habe hier 1600qm zur Verfügung, so kann ich anders mit der Vorratshaltung umgehen als das ein Gärtner mit kleinerer Fläche kann. Aber da ist auch der Bedarf geringer.

Wenn man Mulchen will, findet sich immer ein Weg.

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