Brennessel als Nutzpflanze – Grundsatzentscheidung

BrennesselPflanze

Start der Reihe

Ich kultiviere / toleriere Brennesseln seit mehreren Jahren als Nutzpflanze im Garten. Der Nutzen bezieht sich nicht auf die direkte Verwendung als Nahrungspflanze. Da habe ich noch keine Erfahrung :(
Ich meine die Verwendung als Mulchmaterial oder als Grundlage für Jauche. Mit dieser Reihe will ich meine Aktivitäten rund um die Pflanze, über das Jahr hinweg, darstellen.

Familienbande

Der Botanische Name der Familie Urticaceae wurde mit Bedacht gewählt. Die Wehrhaften stimmt absolut. Und das tolle ist, es gibt die Wehrhaften sogar als Baum. Am anderen Ende der Welt in Neuseeland und mit Brenneigenschaften, die noch nach 100 Jahren dem unvorsichtigen Betrachter eines Herbariums gefährlich werden können.

Dieses Video beschreibt die Brennessel sehr gut. Leider wird es aus (verständlichen) Gründen des Urheberrechts immer wieder mal gelöscht. Ich kenne aber keine bessere Doku zum Thema.

Akzeptanzprobleme

Meine Toleranz gegenüber der Brennessel wird in gleicher Form leider nur von wenigen Leuten geteilt. Die unangenehme, namensgebende Eigenschaft der Brennesseln hat ihr Image gründlich ruiniert. „… So etwas gehört doch nicht in den Garten “ höre ich immer wieder. Oder es gibt nur heimliche Zustimmung… Aber im eigenen Garten Brennesseln wachsen lassen, so weit geht das Verständnis dann doch nicht.
So steht es auch mit meiner Nachbarin, wir haben ein grundsätzlich unterschiedliches Verständnis von Natur. Was an Stroh entsteht lege ich daher als dicke Schicht direkt an den Zaun zu ihrem Garten. Diese Deckschicht trete ich auch noch fest.

Mischkultur

Ich muss schon zugeben, mein Garten ist mit 1600qm ganz sicher nicht repräsentativ, aber Brennesseln kann man auch in kleineren Gärten sicher unter Kontrolle halten. Meine Brennesseln wachsen an verschiedenen Stellen über die Fläche verteilt. Ein großer Bestand von 1,5m x 4m liefert die Hauptmenge. Aber auch zwischen den Himbeeren und den roten Johannisbeeren wachsen welche. Diese Standorte ernte ich in einer bestimmten Art. So kombiniere ich leichtes Ernten mit Bestandskontrolle. Wie ? Das verrate ich an passender Stelle später im Jahr.

4 comments

  1. Paul

    In unserem Garten gibt es (bisher) keine Brennnesseln. Stinkt Brennnesseljauche nicht total? Nicht nur beim Ansetzen, sondern auch beim Ausbringen? Schmecken gejauchte Erdbeeren dann am Ende nicht nach Jauche? Das sind alles Gründe, die mich davon abgehalten haben, soetwas mal zu probieren. Vielleicht mache ich in der kommenden Gartensaison eine Testreihe mit einer Reihe mit und einer ohne Brennnesseljauche.

    • Henry

      Hallo Paul,
      mit dem Thema Geruch stimmt es. Man kann ein wenig abmildern indem man Steinmehl unterrührt. Ich versuche es nach der Gärung in geschlosssene Behälter zu füllen. Das ist auch wichtig im Hinblick auf Mückenlarven. Denn noch mehr Nährstoffe kriegen die nirgends geboten. Ein gewisse Toleranz gegen natürliche Gerüche muss man sich zulegen. Und frage mal die Nachbarn was sie gegen wirklich gefährliche Gerüche machen (Auto, Chemie…)
      Die Geruchsverbreitung beim Giessen ist flüchtig.
      Über Pflanzen gießt man eigentlich nie und damit auch nicht über Früchte. An Wurzelgemüse macht der Geruch nichts. Auch weil man es ggf. zeitlich später erntet.

    • Mischa

      Ja, es riecht so wie es heißt: Jauche.

      Aber man gießt immer im Verhältnis 1:10 mit Wasser, das mindert schon mal den „Dunst“ etwas ab und wie Henry schon schreibt: Man gießt den Wurzelbereich und nie die Pflanze oder gar die Früchte.

      Anders bei Pflanzenbrühen. Die werden verwendet bevor sie gären, also stinken sie auch noch nicht. Sie dienen dem Pflanzenschutz wogegen Jauchen als Düngung wirken.

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