Blumentöpfe klauen auf dem Friedhof

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Recycling pur

Je nach Jahreszeit bieten die Abfallbehälter auf den Friedhöfen ein reichhaltiges Angebot für das 2te Leben von Blumentöpfen und Blumenzwiebeln. Denn auch hier auf dem Friedhof ist die Überflussgesellschaft angekommen. Rechtlich gesehen ist der Müll in den Sammelbehältern ganz sicher Eigentum des Friedhofbetreibers und die Wegnahme also Diebstahl. Ich denke man sollte allerdings die Verhältnismäßigkeit und den gesunden Menschenverstand walten lassen. Meine Mutter und auch ich sind schon seit Jahren immer wieder unterwegs und durchstöbern die Müllsammelbehälter. Ganz klar das dabei keinerlei Verwüstung hinterlassen wird !

Töpfe

VCD9 = 9cm oder 3 1/2"
Die Unterseite verrät es VCD9 = 9cm oder 3 1/2″

Anfangs hatte ich verschiedenste Maße der Töpfe. Mittlerweile konzentriere ich mich auf den Durchmesser 9cm. Das reicht für fast alle Pflanzen zur Anzucht aus. Für die Tomaten und Zucchini verwende ich Joghurtbecher (500ml). Die schwarzen oder orangen Töpfe können das ganze Jahr über gesammelt werden. Bei guter Behandlung haben die Töpfe eine Lebensdauer von 2-3 Jahren. Es gibt aber starke Qualitätsunterschiede, so das die Lebensdauer auch größer sein kann. Die Verwendung von nur ein oder zwei Durchmessern macht auch die Lagerung leichter.

Zwiebeln

Mit dem Schwerpunkt im Frühjahr finden sich schöne Zwiebeln von Osterglocken und weniger auch von Tulpen im Müll. Langsam und schattig an der Luft getrocknet werden sie dann im Herbst eingegraben. So hat sich bei mir im Garten schon eine ansehnliche Sammlung zusammen gefunden. Wer Glück hat kann auch Hyazinthen finden.

Pflanzenabfälle

Als Hardcore Mulcher sieht man fast überall Mulchmaterial, das oft auch gerne kostenlos abgegeben wird. Selbst wenn man die Quelle Friedhof legal erschließen könnte, würde ich Mulchmaterial dort nie beschaffen. Dazu sind die meisten Blumen viel zu sehr verseucht, als das es sinnvoll wäre. Die gleiche Ablehnung hege ich auch gegenüber den Pflanzenabfällen von Gärtnereien und Blumenläden. Ganz klar ausgenommen von dieser Einschätzung ist das Herbstlaub !

Machen Sie doch einmal einen unverdächtigen Spaziergang über Ihren nahegelegenen Friedhof. Vielleicht gibt es ja sogar einen offiziellen Anlass für den Besuch ;)

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2 comments

  1. Henry

    Hallo Mischa,
    na dann haben wir ja die gleiche Quelle. Mein Laub bekomme ich sogar von freiwilligen Helfern frei Haus vom Friedhof angeliefert. Und die Töpfe sind ein Spaziergang wert…

  2. mischalempe

    Hallo Henry, da unser größter Nachbar ein Friedhof ist, der auch noch halb in einem Wald liegt, habe ich diesen als Quelle von herrlichem Laubmulch schon erschlossen. Aber auf die Idee mit den Töpfen bin ich noch nicht gekommen. Manche sagen ja, man nimmt nichts von einem Friedhof mit. Aber was passiert denn mit organischen Abfällen von Friedhöfen? Sie kommen meist in städtische Kompostieranlagen und landen dann wieder indirekt in Vorgärten und Parkanlagen, ja sogar als Blumen- oder Gemüseerde kommen sie in unsere Gärten oder auf unseren Balkon. Ein natürlicher Kreislauf. Ich habe mir BigBags besorgt, die ich im Herbst auf dem Friedhof aufstelle und unser sehr netter Friedhofsverwalter füllt diese dann mit feinstem Laub. Die Bags hole ich dann mit meinem Einachstraktor ab. So ist zumindest der Plan denn letzten Herbst hab ich es aus Zeitgründen noch nicht geschafft. Da das Laub aber auf dem Friedhof nahe an unserem Zaun verrottet, hat mir der Verwalter angeboten, dass ich mir halb verrotteten Kompost ganzjährig holen kann. Nett, oder? Herzliche Grüße, Mischa

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