Mulchen mit Blattmasse

BrennnesselMulch

Abdeckung  mit Brennnessel

Das kurzfristig entstandene „Hügelbeet mit Plattenkranz“ hat als erstes eine Abdeckung mit frisch geschnittener Brennnessel erhalten. (war vor 3 Wochen) Die oberste Schicht des Beetes besteht aus ca 20cm Komposterde. Da die Seiten sehr steil geworden wären, habe ich mit alten Gehwegplatten einen Kranz angelehnt. Das verringert die Steigung und die Platten speichern die Sonnenwärme.

Hügelbeet3WochenSpäter
3 Wochen später

Die Gesamtkonstruktion scheint gelungen zu sein, denn wenn ich das Beet heute betrachte, dann wachsen die Zucchini, der Eisberg Salat und auch der Spitzkohl sehr gut.

Die Entwicklung

BrennnesselNach3Wochen
nicht bestellt aber dennoch keimt es…

Die Brennnesslen welken sehr schnell und bilden eine Deckschicht. Da die Stengel nicht zerschnitten wurden, ist die Deckschicht immer noch luftig genug. Der Wechsel aus trocken und nass startet die Verrottung der Blattmasse. Interessant ist, was sich an Saat im Kompost gehalten hat. Ich konnte Tomaten, Zucchini, Borretsch und Gurken entdecken. Natürlich auch die üblichen Verdächtigen Melde, Grass und Brennnessel .

Rankende Pflanzen mulchen

BrennnesselAnGurke
Gurken mit Brennnessel

Werden rankende Pflanzen wie Gurken oder Kürbis gemulcht, verliert man sehr schnell die Orientierung beim Gießen. Daher stecke ich immer Stöcke an die Pflanzstelle. Dann kann das Gießwasser gezielter eingesetzt werden, auch wenn das Beet nur noch aus den Ranken besteht.

Beinwell

Für die Produktion von viel Blattmasse verwende ich Russischen Beinwell. Der wird über einen Meter hoch und ich konnte schon zwei Schubkarren voll zum Mulchen der Kürbisse verwenden. Ich hake die Stängel an Ort und Stelle mit einer Sichel. Dazu in der einen Hand einen Strauß aus Stengeln halten und mit 4-5 Sichelhieben durchschneiden.

BeinwellMulchAnHokaido
Kürbis mit Beinwellmulch

Gründüngung + Mulch

PhacieliaGründMulch
Die rechte Hälfte erwischt es später

Auf einem Beet habe ich Phacelia als Gründünger gesät. Jetzt brauche ich die Fläche für das setzen von Lauchzwiebeln. Daher habe ich einen Teil mit der Hacke gerodet und auf der Fläche zum trocken liegen gelassen.

Leider verleitet das Wort Gründüngung viele Leute dazu die Pflanzenmasse zu schreddern und in den Boden einzuarbeiten. Das ist aber Unfug. Auf natürliche Art verrotten Pflanzen nur an der Oberfläche. Im Boden fehlt der Sauerstoff und auch die Zersetzer. Und düngen, das schaffen nur die Leguminosen mit der Bindung von Stickstoff. Der viel wichtigere Effekt bei der Gründüngung ist die mechanische Erschließung des Bodens durch die Wurzeln. Damit verbunden ist die Bildung der natürlichen Bodengare. Generationen von „Bodenschreddernden Kleingärtnern“ schaffen nur eine temporäre Lockerung und eine verwüstete Bodenstrukur.

10 comments

    • Henry Winkelmann

      Hallo Stefanie,
      da Borretsch zu der gleichen Familie wie Beinwell gehört, würde ich den Schluss ziehen, ja. Ich wüsste auch kaum Pflanzen die man nicht zum Mulchen verwenden kann.
      Mein Borretsch ist immer Wildwuchs. Teilweise 80cm hoch und Wurzeln wie dicke Möhren, bloß in rein weiß…

    • henry

      Na da hat sich meine schwache Erinnerung ja gelohnt.
      Ich habe einen wirklich großen Bestand an Borretsch, der sich immer wieder aussät. Unter dem Gesichtspunkt werde ich den Bestand deutlich verkleinern und essen fällt dann eben aus !

      • Mischa

        Ich bin mir nur nicht sicher, warum das nicht bekannt ist. Ich meine, unsere Vorfahren haben solche Dinge doch gewusst und gerade das soll sich nicht weitererzählt haben? Ja sogar als Würzkraut und beispielsweise in der Frankfurter Grünen Soße wird das Zeuch doch bis heute genutzt. Etwas Skepsis bleibt bei mir…

  1. Mischa

    Hallo Henry, es gibt aber außer Leguminosen auch Gründüngung, die den Namen verdient. Denn es gibt sehr tief wurzelnde Pflanzen, die Nährstoffe in tieferen Bodenschichten erschließen und in der gesamten Pflanze anreichern. Beim Mulchen und durch das Verrotten an der Bodenoberfläche werden diese Nährstoffe dann auch flach wurzelnden Pflanzen zugänglich.

    Eine schöne Aufstellung verschiedener Gründüngungspflanzen und ihre speziellen Einsatzgebiete findet man hier: http://www.nua.nrw.de/fileadmin/user_upload/NUA/Publikationen/Material_Bildungsarbeit/Infoblätter/infoblaetter-naturgarten/nr_09.pdf
    Ich mulche auch mit Brennnesseln. Die wachsen hier gut und man bekommt sie übers Jahr in ausreichender Menge. ;) Der russische Beinwell würde mich interessieren. Was ist das für eine genaue Sorte, welche Blütenfarbe hat er? Ich will hier auch noch mehr Beinwell ansiedeln und bin immer auf der Suche nach Sorten die die Vielfalt bereichern. Erstens ist er als Mulchmaterial sehr geeignet und zweitens eine gute Bienenweide (Bin ja jetzt auch Bienenhalter ;) ) Herzliche Grüße, Mischa

    • henry

      Hallo Mischa,
      stimmt war vielleicht zu radikal, aber es sind nur wenige die das Attribut „Dünger“ verdienen. Der Umbau von mineralischen in organische Form ist tatsächlich eine Art Düngung. DIe Bilanz stimmt aber nur, wenn die Blattmasse an Ort und Stelle verrottet. Ich habe ein schönes Buch dazu, aber wird leider nicht mehr aufgelegt…
      Russischer Beinwell taucht als Blüte hier auf http://garten.winkelmann-web.de/?p=3867 (5tes Bild) Wird sehr groß und ist unter dem Namen als Topfpflanze zu bekommen. Ich habe allerdings auch noch den Standard Beinwell und habe den Eindruck, das dieser seine geringere Größe mit sehr starkem Wachstum ausgleicht. Der Russe kommt nach dem Schnitt nur zaghaft wieder nach. Der „Officinalis“ ist viel viel schneller wieder nachgewachsen.
      Wenn Du von dem Russen was haben willst, kein Problem.

    • henry

      Zur Bienenweide habe ich eine Bemerkung gehört. Der Borretsch, der hier auch massenhaft durch Selbstaussaat wächst, soll als Bienenfutter nicht geeignet sein. Warum konnte mir der Bienenhalter nicht genau sagen. Ich schreibe das, weil beide zur gleichen Pfanzenfamilie gehören. Ich verstehe es jedenfalls nicht…

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