Wilde Gründüngung

Nicht bestellt

Auf dem Hochbeet sollte sich eigentlich Feldsalat entwickeln. Hat er sich auch. Aber die Vogelmiere hat jetzt gnadenlos überholt. Und damit sich die nächste Generation nicht so üppig aussät, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht. Warum muss Gründüngung von mir ausgesät werden ? Die Wirkung über die Wurzelmasse und als Mulch die oberirdische Pflanzenmasse ist doch auch so gegeben.

ein echter Dschungel

Wachstum beenden

Um den Wurzelraum zu erhalten habe ich den Vogelmiere – Feldsalat Mix nicht ausgerissen, sondern mit einem alten Brotmesser direkt über den Boden gemäht. Das freut auch die Würmer, die unversehrt bleiben und gleich an die Verarbeitung gehen können.

An der Schnittkante

Einfach liegen lassen

Was als abgeschnittene Pflanzenmasse angefallen ist, habe ich gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Hat für eine frische Schichtdicke von ca 10cm gereicht.

sieht doch ordentlich aus, oder ?

Begriffsbildung

Ich suche noch nach einem besseren Begriff als Gründüngung. Cover crop ist eigentlich besser, aber ein deutsches Wort kann es doch auch sein. Vielleicht hat ja jemand einen kreativen Vorschlag ?

16 comments

  1. Heidi

    Hallo Monika!
    Das sind in meinem trüben Jammertal der Strohballen ja sehr helle Streifen am Horizont!
    Herzlichsten Dank für den Tip🤗🤗🤗
    Bin sehr gespannt, ob und was Henry und Mischa dazu schreiben werden. Sie haben mich ja in Grund- und Boden gescholten.
    Ich werde vielleicht einen Ballen versuchen zum Leben zu erwecken.
    Liebe Grüsse
    Heidi

    • Mischa

      Ach Heidi, wir haben nicht gescholten sondern lediglich eine andere Meinung. Wir haben mit Dir diskutiert. Wir haben Dir ja sogar Tipps gegeben wie Du die schädlichen Effekte der festen Ballen mildern kannst indem Du sie beispielsweise einfach aufschneidest. Schelte – noch dazu in Grund und Boden – sieht anders aus! ;-) Klar kannst Du Strohballen auch als Hochbeet benutzen, warum nicht? Auch als Sitzplätze im Garten eignen sie sich wunderbar! Wenn ich heute ein Haus bauen würde, wäre es wahrscheinlich aus Strohballen! https://youtu.be/nH5fn2lj_OA
      ;) Herzliche Grüße!

  2. Heidi

    Lieben Dank, Henry und Mischa!
    So wird das Unglück eben seinen Lauf nehmen, ich kann es nicht ändern.
    Aber der eigentliche Grund für meinen Strohballenmulch habe ich erreicht: Dort wächst nun kein Unkraut mehr!
    Die lachenden Erben werden sich eben etwas einfallen lassen müssen, wenn sie es anders haben wollen.
    Viele Grüsse
    Heidi vom toten Beet

    • Monika

      Hallo Heidi,
      als ich letztes Jahr meine Strohballen gekauft habe, hat der Bauer gefragt, ob ich darauf Gemüse anbauen will. Das habe ich nicht gemacht (ich wollte ja damit mulchen), es scheint aber weit verbreitet zu sein, man kann dazu einiges im Netz finden, auch Videos. So könntest du deine Heuballen vielleicht als Minihochbeete nutzen :-)
      Viele Grüße
      Monika

  3. Heidi

    Tja, jetzt ist es zu spät für Buchweizen und die Strohballen sind durch Regen so schwer dass ich sie nicht „handeln“ kann.
    Frau Stout hatte allerdings in ihrem Buch nichts gegen faulendes Stroh, im Gegenteil. Und mein Vater hat jahrelang Torf im Garten eingegraben…

    Ich kann mich an die Strohmieten der Bauern in meiner Kindheit erinnern. Dort lagen auch meist viele angefaulte kleine Ballen herum. Im Jahr darauf war nie etwas zu sehen, von kaputtem Boden, sondern es wuchs was gesät oder gepflanzt worden war.
    Ich habe schon als Kind solche Zusammenhänge interessiert beobachtet. – Ich werde vermelden, wie mein Strohballenabenteuer ausgegangen ist. Vielleicht im nächsten Jahr, vielleicht später.
    Vielen Dank, auch für die Genesungswünsche. Ich werde sie auch an den mitkranken Gatten und Hund weiterleiten.
    Viele Grüsse Heidi

    • Henry

      Hallo Heidi,
      faules Stroh ist auch nicht das Problem. Die Dichte der Ballen ist,was das „Vermulchen/Verrotten“ verzögert. Wenn die Ballen gut gemacht waren, dann haben sie eine hohe Dichte, sind also fest verpresst. Und somit besteht erst einmal wenig Chance für den Luftsauerstoff an der Verrottung mitzuwirken. Sie werden zerfallen, jedoch wird es lange dauern.
      Kannst Du von aktuellen Zustand des Gartenmit Ballen mal ein oder mehrere Bilder machen und mir als EMail zusenden ?

    • Mischa

      Hallo Heidi, die Ballen früher waren auch nicht mit Hochdruckpressen hergestellt. Heutige Ballen sind viel dichter und schwerer. Eine gaaanz andere Sache wäre gewesen wenn Ihr die Ballen aufgeschnitten hättet! Dann gäbe es eine Luftuirkulation, das Wasser könnte sich besser regulieren und die Lebewesen da unten könnten atmen und wirklich arbeiten.

      Ich habe das Buch von Frau Stout nicht gelesen (als gefühlt einziges Buch zu diesem Thema) aber ich kann mir nicht vorstellen dass sie empfiehlt mit Strohballen zu mulchen. Sie gilt ja als „Mulchpionierin“ was per se falsch ist weil in vielen bäuerlichen Kulturen seit jahrtausenden gemulcht wird. Seide wurde wahrscheinlich erst entdeckt weil chinesische Bauern ihre Gärten mit Maulbeerlaub mulchten um sie fruchtbarer zu machen. Das nur mal am Rande.

      Warum Dein Vater Torf eingrub, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Außer einer angeblichen Verbesserung der Bodenstruktur und einer Absenkung des PH-Wertes hat Torf keine Auswirkungen. Ein weiterer Irrglaube, nämlich dass nur schwarze Erde gute Erde sei, kann auch noch ein Grund dafür gewesen sein.

      Wirkliche und einzige Vorteile bringt nur die nachhaltige Belebung des Bodens. Das erreicht man nur durch Mulch, also durch Flächenkompostierung. Und die entstehung von Humus braucht Luft, Wasser und ein gutes Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis. Einiges davon schließt Du mit Deiner Strohpackung aus. Stroh besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff. Der benötigte Stickstoff käme aus Grünmasse, die aber auch nicht vorhanden ist.

      Wenn Du also unter Deinem Stroh nachsiehst während dessen es verfault, wirst Du toten Boden vorfinden. Keine Würmer, keine Asseln, nix. Vielleicht eine Wühlmausfamilie. Erst während der letzten Phase der Zersetzung des Strohs wird wieder Leben zurückkehren. Nämlich dann wenn wieder Luft an die Bodenzone kommt. Der Rest des Strohs wird dann normal verrotten und der noch vorhandene Stickstoff im Boden wird von diesen Bodenlebewesen verzehrt um das kohlenstoffreiche Stroh „verdauen“ zu können. Danach ziehen die Bodenlebewesen weiter und damit auch der Stickstoff. Das Ergebnis ist ein weniger fruchtbarer Boden als vor der Strohpackung. Leider…

      Herzliche Grüße, Mischa

  4. Heidi

    Hallo Mischa! Vielen Dank!
    Weil ich aus familiären Krankheitsgründen nicht zum Gärtnern auf dem geerbten Garten komme, der immer mehr verwildert, bin ich auf der Suche nach einer Bodenabdeckung an Henry „geraten“. Und durch ihn an ein Buch von Frau Stout. Es erschien mir auch wie eine Offenbahrung! Und Mulchen erschien mir als Lösung fast aller meiner derzeitigen (Garten-) Probleme. Habe mir 60 Strohballen gekauft und sie auf die Beete gesetzt, noch zusammengeschnürt. Henry hat (sinnbildlich) die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Wegen der Belüftung und der Bodenlebewesen. Aber es geht momentan nicht anders. Mal sehen, wie sich alles entwickelt, wenn es mal besser geht und ich gärtnern kann.
    Einen Erfolg scheint es schon zu geben: Ein Rhabarber, der seit seiner Pflanzung vor vier Jahren vor sich hinkümmert, hat plötzlich kloodeckelgrosse entspannte Blätter. Bis jetzt hatte er immer kleine, verkrüppelte. Er steht in einem „halben Strohballenviereck“ und scheint sich zum ersten Mal seines Lebens zu freuen.
    Viele Grüsse Heidi

    • Mischa

      Die Hände hat Henry aber nicht umsonst über dem Kopf zusammen geschlagen. :-) Ich bin auch der Meinung dass das Stroh jetzt mehr schadet als nützt. Du schaffst damit einen anaeroben Verrottungsprozess genau dort wo eigentlich die Bodenlebewesen ihre Arbeit verrichten sollen. Jetzt hast Du also in diesem Bereich Fäulnis statt Lebendverbauung es entsteht kein richtiger Humus sondern eine Art Torf. Eine Rolle Dachpappe hätte wahrscheinlich eine weniger schädliche Wirkung auf das Bodenleben gehabt als das Stroh. ;-)

      Mein Rat wäre ein Schutzbewuchs mit Buchweizen, den man im Spätherbst nach den ersten Frösten mittels Rasenmäher häckselt und anschließend das Buchweizenstroh an Ort und Stelle mulcht. Das hätte den Boden erheblich verbessert und unerwünschten Bewuchs mit Wildkräutern und die Verdichtung bzw. Auswaschung von Nährstoffen verhindert.

      Zum Rhabarber: Nach meiner Erfahrung braucht der in der Regel ein zwei Jahre bis er am neuen Standort „angekommen“ ist. Erst dann legt er richtig los. :-)

      Ich wünsche Dir jedenfalls erst mal gute Besserung damit Dein Garten bald wieder blüht statt unter ausgeblichenen Strohballen vor sich hin zu faulen. ;-)

      Herzliche Grüße, Mischa

  5. Heidi

    Noch eine wichtige Frage als Nachtrag: Mein Vater sagte immer, dass Unkraut den Nutzpflanzen die Nahrung „wegfrisst“.
    Wenn nun die Wurzel nicht ausgerissen/gehackt wird, wird sie doch versuchen wieder eine Pflanze zu bilden. Unter Zuhilfenahme von Nahrung.
    Oder sehe ich das vielleicht (hoffentlich) verkehrt?
    Viele Grüsse

    • Mischa

      Hallo Heidi, bei Wurzel-(Un)Kräutern wie beispielsweise der Quecke hat man dieses Problem wie Du es beschreibst. Jedes Wurzelstück treibt wieder aus und verzweigt wieder neu.

      Aber bei den meisten anderen Widkräutern ist das nicht der Fall. Hier reicht ein flaches unterirdisches „Schuffeln“ mit einer Schuffel-Hacke oder eben das „Kürzen“ wie Henry das mit seinem Küchenwerkzeug hier so schön gemacht hat. :) Durch das gleichzeitige Abdecken mit der Grünmasse, haben die Samen und evtl. verbliebenen Pflänchen keine Chance. Wir mulchen teilweise mit Heu und Wiesenschnitt bei dem man nicht immer ausschließen kann dass es samenfrei ist. Geht doch mal was auf, nimmt man es einfach vom Beet. Durch den Mulch sitzen die Wurzeln nur ganz locker und man hat leichtes Spiel.

      Vielleicht sind es diese vielen offenen Fragen und die alten Vorurteile die so viele Gärtner noch vom Mulchen abhalten? Ich bin auch in einem Garten aufgewachsen in dem jeder Halm der nicht selbst gesät oder gepflanzt wurde, radikal ausgemerzt wurde. Überall blanke Erde!
      Ich habe irgendwann ein Buch über das Bodenleben gelesen und es war wie eine Offenbarung. Ich habe das Mulchen im gleichen Jahr noch einfach ausprobiert und werde es wohl nie wieder anders machen. Bis ich in meinem heutigen Garten mit dem Anbau begann, war der Boden dort von einer artenreichen, fetten Wiese bedeckt. Es gab anfangs Probleme mit Quecken und Schnecken. Heute, nach einigen Jahren, haben erstere sich bis auf einige lose aufsitzende Einzelexemplare komplett zurückgezogen. Auch die Fraßschäden der Schnecken haben sich bis auf einige einzelne komplett aufgefutterte Pflanzen fast komplett von selbst reguliert.

      Selbstverständlich habe auch ich rund um mein Beet immer noch diese fette Wiese denn ich brauche sie zum Mulchen. :-)

      Ich kann euch nur dazu ermutigen es zu probieren. Mit etwas Geduld und „Einfühlungsvermögen“ werdet ihr nach einigen Jahren schon viele positive Ergebnisse erkennen.

      @Henry: Was sagt Marion eigentlich dazu wenn Du Euer Brotmesser zweckendremdest? ;)

      • Henry

        Hallo Mischa !
        Bitte, bitte nicht weitererzählen :)
        Die stammen alle von meiner Mutter. Es gibt genug Leute die so was weggeben und für fast nicht wird es dann angeboten. So habe ich 5-6 Messer in Garten verteilt. Ich suche zwar immer wieder mal eines, aber so kann ich schnell was abschneiden…

  6. Heidi

    Hallo Henry!
    Habe ich es richtig verstanden, dass in einem Mulchgarten man dem Unkraut nicht mit der Hacke, sondern obererdisch mit Sense, Messer etc. Zuleibe gerückt wird? Und in den Beeten durch Mulchen? Aber wächst nicht aus den Stümpfen und Wurzeln des Abgeschnittenen die Unkrautpflanze wieder nach?
    Ich sehe überall in den Videos, auch bei anderen Mulchern, Gras etc. bis an die Beete stehen. Und am Beispiel Vogelmiere: Sät man die nicht gleich wieder mit dem eigenen Mulch?
    Holt man da nicht auch noch den Beelzebub, wen man den Teufel schon hat, im Garten?
    Bei meinem Vater war nicht ein Grashälmchen im Beet und auf den Wegen.
    Er hat aber wahnsinnig (gern) geschuftet. Und mit Blaukorn gedüngt.
    Mich würde wahnsinnig interessieren, was aus dem Vogelmieremulchbeet geworden ist. Könnten Sie vielleicht freundlicherweise ein neues Foto schiessen?
    Vielen Dank und schöne Gartentage

    • Henry

      Hallo Heidi, klar kann ich machen. Die lebende Vogelmiere ist zu 99% verschwunden und hat eine braune Deckschicht gebildet. Diese ist mir fast schon zu dicht. Sie liegt aber locker auf dem Bodenund klebt nicht.

  7. Monika

    Hallo Henry,
    das sieht ja so aus wie bei mir im Gewächshäuschen! Dort bedeckt sie den Boden zusammen mit dem selbst ausgesäten Winterportulak.
    Ich habe versucht, die Vogelmiere wegzuessen (das frische Grün schmeckt lecker nach Erbsen), war aber chancenlos.
    Da es kein Wuzelunkraut ist, kann man das Ganze ziemlich gelassen sehen.
    Ein schöner Natursteinhaufen im Hintergrund!
    Gruß Monika

    • Henry

      Hallo Monika,
      na dann guten Appetit ! Ich habe Vogelmiere noch nicht gekostet. Ich habe sonst auch noch Massen davon nur an dieser Stelle wollte ich die nächste Generation blocken.
      Die Wurzeln sind extrem. Ich habe gerade unter die Schicht gesehen und an einen Reststängel gezogen. Keine Chance, außer ich nehme den ganzen Berg mit.

      Der schöne Haufen ist ein alter Straßen / Hofbelag. Hat ein Kollege verschenkt. Gegen abräumen. Zweimal 12m³ Container… Nutze ich überall im Garten für kleine und große Mäuerchen.

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