Schleiermulch

Wortschöpfung

Die deutsche Sprache läßt in Sachen Wortkombination viel mehr zu, als es andere Sprachen tun. Also nutze ich das „gnadenlos“ aus. Und ich finde es trifft in diesem Fall das Thema besonders gut. Man könnte es auch als „verunglückten Mulch“ oder „Dünnmulch“ bezeichnen, aber das klingt eher nach einer Krankheit…

Angeregt durch das Buch von Ruth Stout habe ich dieses Jahr den Gedanken von breitwürfiger Aussaat (Spinat, siehe oben) in einigen Testflächen umgesetzt. Um dennoch nicht auf gewisse Effekte von Mulch verzichten zu müssen, habe die eben diese Form gewählt (erfunden ?)

Aufbau

Eine dünne Schicht, ca. 1cm oder 3-5 Lagen aus Halmen. Ungefähr 70-80% Bedeckungsgrad sollte erreicht werden. Diese Schicht ist dünn genug um nicht die Wirkung „Verdrängung“ zu erfüllen. In der normalen Anwendung von Mulch also eigentlich genau die falsche Version. Aber eben nur eigentlich. Das nachfolgende Bild zeigt übrigens eine fast 100%ige Überdeckung, jedoch nur wenige Halme dick. Ganz wichtig, dieser Mulch liegt natürlich sofort nach der Aussaat auf dem Beet !

Hier wurde die Aussaat von Gras erfolgreich geschützt.

Funktionen

Dieses Frühjahr ist nicht gerade mit Niederschlag gesegnet. Die genutzten Flächen hatten den Winter über alle eine Bedeckung und damit eigentlich genug Feuchte gespeichert. Nur das diese bei 100% Mulchfreiheit, dennoch schnell austrocknen (Wind, Sonne). Genau so wäre es gekommen, wenn ich nicht mit regelmäßiger Bewässerung nachgeholfen hätte. Jetzt hat der Schleiermulch seinen Auftritt.

Schutz gegen Verdunstung:

Er bringt eine Beschattung was einen Verdunstungsschutz darstellt. Zusätzlich kann ich mit dem Schlauch bewässern und nutze dabei relativ grobe Tropfen. Gegen das Verschlämmen hilft der Mulch mit seiner mechanischen Schutzfunktion.

Schutz gegen mechanische Wirkung von Wassertropfen:

Ein großer Teil der Wassertropfen wird von den Halmen zerteilt und so die Wucht genommen. Wasserropfen oder Regen wird in seiner mechanischen Wirkung oft übersehen. Hier mal eine Aufstellung von Fakten die ich gefunden habe:

  1. Regentropfen trifft mit 9m/s auf den Boden
  2. große Drücke verdichten den Boden unterhalb des Tropfens
  3. Boden wird deformiert
  4. nicht eindringendes Wasser weicht mit doppelter Fallgeschwindigkeit aus
  5. Scherkräfte reißen Bodenteilchen aus dem Verbund
  6. Spritztröpfchen mit den abgelösten Teilchen fliegen bis zu 1.5m hoch & weit

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>