Warum – als Lebensraum

Stellt man den menschlichen Ordnungssinn, wie er heute überall auftritt über die Natur, dann kommt man zu dem was in 95% der (Klein)gartenanlage zu sehen ist. Die Bereiche Boden, Pflanzen und Lebewesen werden durch Ordnung entkoppelt. Der nackte Boden ist angeblich eine Voraussetzung für guten Ertrag und Dünger der universelle Treibstoff. Seit ich der Mulcheritis verfallen bin, ist es für immer schlimm die ordenlichen und nackten Beete zusehen.
Leider bezahlen wir heute noch nicht den wirklichen Preis für den Dünger, den er in seiner kompletten Bilanz ergeben würde. (hoher Energieaufwand bei der Herstellung, Zerstörung von Lebensräumen beim Abbau von Rohstoffen…). Wir können uns das oft nur deshalb leisten, weil die Probleme und Kosten daraus woanders in der Welt abgeladen werden. Wenn die „Probleme“ dann zu uns kommen, sind wir überrascht und entsetzt was denen denn einfällt (Wirtschaftsflüchlinge…). Die Welt ist halt komplizierter, als es sich die vielen aufkeimenden Vereinfacher vorstellen.

So jetzt habe ich etwas weit ausgeholt, komme aber zum Thema Lebensraum zurück. Der Lebensraum im und auf dem Boden ist ein wichtiger Faktor für den gesamten Lebensraum Garten. Nur wenn auch hier Vielfalt herrscht, kommt es nicht zur Dominanz einer oder weniger Arten. Diese Dominanz bekommen wir dann als „Schädlinge“ zu spüren. Mulch fördert durch alle seiner Eigenschaften ein vielfältiges Bodenleben mit dem Ergebnis eines Gleichgewichtes zwischen den Beteiligten und den positiven Auswirkungen auf den Boden. Ich suche übrigens immer noch Gründe warum man nicht Mulchen sollte !
Da alle Organismen im Lebensraum Mulch Sauerstoff zum Leben benötigen, ist es der Grund warum Mulchmaterialen möglicht ein breites Specktrum an Druchmessern oder Formen haben sollten. Bei dicken Schichten ist es gelegenlich hilfreich die Schicht mit einer Mistgabel leicht anzuheben und so wieder Lufträume zu schaffen.

Es versteht sich von selbst, dass Mulchschichten nur wenig oder überhaupt nicht betreten werden, wenn es sich um Beete handelt. Als Wegebelag macht das Betreten sogar Sinn, wenn man damit einen „Trampelmulch“ erzeugt. Dickes Material wird durch das Betreten zerdrückt und kann dann leichter verrotten.

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