Waldstaudenroggen aufbinden

Viel Regen = platter Roggen

Da ich auch dieses Jahr nicht pro-aktiv gewesen bin, hat der heftige Regen, kombiniert mit ausreichend Wind den ca. 2m hohen Waldstaudenroggen schön umgeworfen („…ins Lager gegangen„). Mit der reinen Last aus Regenwasser kommt der Roggen noch ganz gut klar, aber der Wind biegt die Stengel nachhaltig um. Also musste ich wieder viele, dicke Bindfäden zuschneiden.

Material

Als Material für das Binden habe ich dickes Garn verwendet. Es darf nicht zu dünn sein, sonst werden die Halme durchgeschnitten. Ich habe wieder einmal in die Grabbelkiste geschaut und altes Makramee Garn gefunden. Erbstücke von meiner Mutter aus dem 2nd-Hand Laden. Das Material muss eine stumpfe Oberfläche haben, dann rutschen die Bindungen auch bei feuchtem Garn nicht durch.

Aufbinden

Die Methode mit dem Aufbinden habe ich letztes Jahr schon mit meinem ersten Beet von Waldstaudenroggen angewendet. Es ist ein wenig die Technik aus den alten Tagen des Landbaus. Nur das hier erst das geschnittene Getreide zu Bündeln gebunden wurde. Durch das Aufbinden sind die Büschel sehr stabil und das Korn kann gut ausreifen. Man muss beim Bündeln von so nassem Roggen nur darauf achten, dass die Halme nicht wirklich abknicken.

 

System ist gefragt

Wenn es nur eine schmale Reihe von 50-60cm ist, dann ist das Bündeln und Binden recht einfach. Ist es eine größere Fläche, dann muss man von der richtigen Seite her anfangen. Die beiden Ränder, welche parallel zur Lage der Halme sind können als erstes gebündelt werden. Wenn die Halme diagonal liegen, stimmt diese Regel Nr 1 immer noch für die beiden Seiten, von der die Halme dann weg liegen.

Mit ein wenig Übung und gesundem Menschenverstand ist das Bündeln einer Fläche dann reine Übungssache. Ich habe heute bei komplett nassem Roggen gebündelt. Da machen sich nackte Arme ganz gut. Alle Arten von Kleidungsstücken saufen nach einer Weile ab, auch wenn es eigentlich Regenschutz ist :)

Das Ergebnis

3 Gedanken zu „Waldstaudenroggen aufbinden

    1. Hallo,
      erst einmal hebe ich die Körner als neue Saat auf. Ob wir den Roggen auch einmal zu Mehl verarbeiten ist noch offen.
      Ich verschenke immer kleinere Mengen an Leute um die so zum Testen zu animieren. Also mal die Begrünung zu testen und dennoch den Bewuchs nicht dauerhaft behalten zu müssen.
      Außerdem kennen die meisten Leute so hohes Getreide nicht mehr. Sie denken das kurze Zeug sein schon immer so gewesen. Das kurze Zeug ist natütlich besser mit einer Maschine zu verarbeiten. Und Stroh wollen auch nur wenige Leute haben. Mit dem Kleinschnippeln im Mähdrescher kommt wenigstens ein wenig Pflanzenmasse zurück auf den Acker.

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