Möhren für die Wildbienen

Sicher können alle Teile der Möhre als Futterpflanze für verschiedenste Haustierarten verwendet werden. Ich beziehe mich in diesem Beitrag aber ausschließlich auf die Blüten.

Im letzten Herbst hatte ich Möhren an einer Stelle im Boden gelassen. Sie waren durch die Trockenheit recht klein geblieben. Ich wollte einfach herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Größe der Möhre und den entstehenden Blüten gibt. Kurz gesagt – es gibt keinen !

Viel & lange verfügbar

Was mich an den Blüten überrascht hat, ist die Tatsache das es eine sehr große Menge von kleinsten Wildbienen gibt, die sich über die Blüten mit Pollen versorgen.

Wie viel die Blüten auch als Nektarquelle taugen, kann ich nicht beurteilen. Ebenfalls für die Möhre als Futterpflanze spricht die Dauer der Blüte.

Die einzelne Dolde steht ganz locker mehrere Tage bis zu einer Woche als

Futterquelle bereit. Die Dauer hängt ein wenig am Wetter. Viele andere Blüten verschwinden nach einem Tag wieder.

Daher hier mein Aufruf: Nächstes Jahr Möhren für Wildbienen !

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Auch für die Kleinsten

Die Dolde setzt sich aus Gruppen von sehr vielen kleinsten Einzelblüten zusammen. Die geringe Größe und die einfache Erreichbarkeit macht die Blüten für kleinste Wildbienen interessant.

Wie man auf dem vorherigen Bild erkennt, tummeln sich aber auch verschiedene Schlupfwespen auf den Blüten.

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Möhrenblüten Live

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Einfache Bereitstellung – doppelter Nutzen

Entweder man lässt Möhren im Herbst einfach stehen, oder man räumt die Möhre an eine geeignete Stelle und steckt sie dort neu.

Die Möhren sind dahingehend sehr robust. Vielleicht mit einer dicken Schicht aus Heu gegen Frost schützen. Es soll Frost ja noch gelegentlich geben. Es geht natürlich auch, wenn man Möhren aus dem Supermarkt im Frühjahr ein neues Leben im Garten schenkt.

Es ist sehr hilfreich, gleich mit der Auswahl des Standortes an den Zusammenhalt der Blütenstengel zu denken. Die Dolden werden mit zunehmendem Alter immer schwerer. Wind und Regen drückt die Stengel sehr leicht um. Also gleich mit Stöcken oder Fäden für Halt sorgen.

Bei der Entscheidung woher die Möhren kommen, bin ich eher für die Methode „Stehen lassen“. Besonders weil man mit samenfesten Sorten auch gleich noch den Bedarf an Samen für die nächste Saison decken kann. Dabei sollte die Wilde Möhre nicht unbedingt auf der Wiese in der Nachbarschaft stehen ! Sonst spielt man etwas unkontrolliert Züchter.

Die trockenen Samenstände muss man zwischen den Fingern zerreiben und mit Sieben & Pusten die Samen von den Blütenresten trennen. Mit ein wenig Übung geht das ganz gut. Als Behälter für das Trennen von Samen und den Blütenresten kann ich Schüsseln mit halbrunder Bauform empfehlen. Beim „Wegpusten“ der Blütenreste sollte man beachten, dass auch die Samen sehr leicht sind. Ruckzuck ist mehr weg als man eigentlich wollte ;)

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4 Gedanken zu „Möhren für die Wildbienen

  1. Hallo Henry,
    total einfach, pflegeleicht und am Ende wunderschön und sehr nützlich! Echt prima.
    Nicht zu vergessen: auch für einen bunten Blumenstrauß aus dem Garten bestens geeignet – wenn man es übers Herz bringt, den Brummern ihr Futter wegzunehmen.
    Und ein weiterer positiver Effekt: je mehr blüht, desto mehr Nützlinge werden angelockt!
    Funktioniert übrigens auch prima mit Gemüsefenchel, aus dem wird im Folgejahr eine mehr als anderthalb Meter hohe Pflanze mit gelben Dolden, die auch viele Insekten anzieht. Den Raumbedarf dafür nicht unterschätzen :-)
    Grüße von Monika

    1. Hallo Monika,
      ich werde tatsächlich nächste Saison noch mehr von den Möhren zur Blüte kommen lassen.
      Was vor der Möhrenblütensaison auch für kleinste Insekten interessant ist, ist Gartenkresse. Ich hatte uralten Samen (noch aus der Kleinmarkhalle, Ffm) der wollte auf der Fensterbank überhaupt nicht wachsen. Aus Ärger habe ich den im Frühjahr auf das gleiche Beet wie die Möhren geschmissen. Und -plopp- der ist super gewachsen und hat sehr viele kleine Blüten gebracht.
      Fenchel habe ich dieses Jahr auf einer Radtour in einem Schaugarten gesehen. Stand in einem Hochbeet und man konnte drunter durch laufen ;).
      Ich denke Die viele Saat von den Pasitnaken sollte auch im nächsten Jahr den Insekten helfen.

      Grüße nach Hessen
      Henry

      1. Ja, mit Pastinaken klappt das auch, wie eigentlich mit allen Doldenblütlern.
        Bei Pastinaken kann ich aus eigener Erfahrung aber nur raten, etwas Vorsicht walten zu lassen, da sie – ähnlich wie der Riesenbärenklau – phototoxische Reaktionen der Haut hervorrufen können (aber nur, wenn man direkt mit dem Pflanzensaft in Berührung kommt in Kombination mit Sonnenschein, ansonsten sind sie harmlos).

        Gruß, Monika

        1. Hallo Monika,
          ein interessanter Hinweis. Habe das Thema über den Großen Google abgefragt. Nur eine Quelle hantiert mit echten Zahlen. Alle anderen schreiben vielleicht nur von einer schlechten Quelle ab.

          http://www.heimbiotop.de/pastinaca.html

          Ja es gibt die Substanzen in vielen Doldengewächsen (auch in der Möhre) aber die Mengen sollen gegenüber dem Riesenbärenklau um den Faktor 10000 geringer sein.
          Empfindliche Leute müssen also aufpassen. Die meisten anderen müssen wohl keine Angst vor Pastinakten haben.

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